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Wolfgang Beltracchi, «Der Meisterfälscher» – die zweite Staffel

Wolfgang Beltracchi, «Der Meisterfälscher» – die zweite Staffel

Es war der spektakulärste Fall von Kunstfälschung überhaupt: Wolfgang Beltracchi malte über 300 Bilder im Stile anderer Künstler, verdiente Millionen und flog auf. 2014 zeigte „Der Meisterfälscher“ auf 3sat sein einzigartiges Können und porträtierte Berühmtheiten im Stile bekannter Maler. Die erste Staffel wurde für den GrimmePreis nominiert, die European Broadcast Union EBU krönte sie zum besten TV-Format des Jahres. In Staffel 2 knöpft sich Beltracchi illustre Persönlichkeiten wie Emil Steinberger, Otto Waalkes oder Hape Kerkeling vor. Es wird gemalt, pseudo-philosophiert – und sogar gesungen. Produziert von b&b endemol, realisiert von Autor Christoph Müller.

Wolfgang Beltracchi. Einer wie keiner. Der Meisterfälscher halt. 300 Bilder im Stile anderer Künstler soll er in den Kunstmarkt geschleust haben. Er versuchte sich an Malern wie Braque, Léger oder Picasso und es war letztlich nur ein dummer Zufall, dass er aufflog. Beltracchi verwendete versehentlich in einem Gemälde, das er dem Expressionisten Heinrich Campendonk zuschrieb, eine Farbe, die zwei Prozent Titanweiss enthielt. Eine Mischung, die es noch nicht gegeben hatte, als das Bild angeblich gemalt worden war. Bis dahin hatten alle an die Echtheit seiner Bilder geglaubt. Die Experten, Galeristen und Museumsdirektoren.

Zweite Staffel der ausgezeichneten Serie

In der zweiten Staffel der preisgekrönten 3Sat-Serie „Der Meisterfälscher“ porträtiert Beltracchi weitere Prominente im Stile berühmter Maler. Dabei war er gezwungen, die Persönlichkeiten in einem Tempo zu malen, das ihn öfters ins Schwitzen brachte. So musste sich der Meister manchmal sogar mit einer skizzenartigen Studie zufrieden geben. Doch das kümmerte ihn kaum: „Meine Bilder sind in allen Stadien gut“, sagt das charmante Schlitzohr selbstbewusst. Umgesetzt wurde auch die zweite Staffel von der Züricher Produktionsfirma b&b endemol. Der ausgezeichnete Autor Christoph Müller hat die fünf Folgen realisiert.

Steinberger, Kerkeling, Waalkes

Den Auftakt zur Serie machen am 13. Februar der Schweizer Kabarettist Emil Steinberger und seine Frau Niccel, die Beltracchi im Stile des spanischen Malers Joaquin Sorolla malt. Und zwar nicht irgendwo, sondern im verwilderten Garten seines früheren Landgutes in Südfrankreich. In der zweiten Folge begegnet Beltracchi der legendären Eislaufprinzessin Katarina Witt. Diese porträtiert er im Stile von Tamara de Lempicka, der berühmten Art-Deco-Malerin, die nicht nur durch ihre Bilder, sondern auch durch ihren freizügigen Lebenswandel auffiel. Den Entertainer und Buchautor Hape Kerkeling besucht Beltracchi in seiner Wahlheimat Umbrien, wo er ihn im Stile Toulouse Lautrecs malt. Die Starsopranistin Annette Dasch porträtierte Beltracchi in Berlin und Otto Waalkes trifft er in der Hamburger Kunsthochschule, wo der Komiker und Musiker einst Malerei studierte.

Beltracchi versucht, sich als Beltracchi einen Namen zu machen

Zudem begleitet Christoph Müller Beltracchi beim Versuch, sich als eigenständiger Maler zu positionieren, der nur noch unter seinem eigenen Namen auftritt. Nachdem er vor etwas mehr als einem Jahr aus dem Gefängnis entlassen worden war, gelang ihm dies erstaunlich gut. Er ist so etwas wie ein Popstar der Malerei und seine Bilder verkaufen sich, kaum ist die Farbe getrocknet.

Beltracchi besticht durch sein stupendes handwerkliches Können und hat viele Fans unter jenen Kunstfreunden, die dem Show-Business der zeitgenössischen Kunst misstrauisch gegenüber stehen.

„Der Meisterfälscher“ – die zweite Staffel. Fünf Episoden mit erstaunlichen Resultaten, witzigen Gesprächen und dokumentarischen Elementen aus Beltracchis Biografie.